Edag Weltweit

    Vehicle Engineering
    br
    Brasilien
    cn
    gb
    it
    jp
    my
    mx
    nl
    se
    pl
    ch
    es
    cz
    hu
    us
    Production Engineering
    br
    cn
    in
    mx
    se
    cz
    hu
    us

    tech insights

    EDAG ISO 26262: Zertifizierte Sicherheit für Automotive-Projekte

    Elektrische und elektronische Systeme bestimmen heute die Fahrzeugleistung und die Sicherheit. Wenn Abstandsregler eingreifen, Energieflüsse im Batteriesystem gesteuert oder Software-Funktionen Over-the-air aktualisiert werden, muss jedes Detail verlässlich sein. Funktionale Sicherheit ist ein Katalysator statt Blockade: Durchgängige ISO 26262 minimiert Risiken, Auditbelastung und gewährleistet Nachverfolgbarkeit.

    Die EDAG Group hat ein Zertifikat für den Safety Management Prozess gemäß ISO 26262. Zusammen mit der ISO/SAE 21434-Zertifizierung zeigt das, dass Safety und Security integrativ gedacht und umgesetzt werden. Für OEMs und Tier1 entsteht ein überprüfbares Qualitätsversprechen: klare Verantwortlichkeiten, belastbare Safety-Argumentation und durchgängige Traceability, von der Konzeptphase bis zur Serie.

    Warum zertifizierte Functional Safety zum Hebel wird

    ISO 26262 macht Safety beherrschbar: Die Norm fordert strukturierte Prozesse, eindeutige Rollen, definierte Work Products und lückenlose Nachverfolgbarkeit. In der Praxis sorgt das für robuste Sicherheitsarchitekturen und weniger Reibung zwischen Entwicklung, Test, Integration und Freigabe. Die Zertifizierung bestätigt ein normkonformes Safety-Management inklusive gelebter Safety Culture. Das schafft Vertrauen, senkt die Hürde für Projektstarts und entlastet OEMs bei Audits und Assessments.

    Konkrete Effekte:

    • Schnelle Einarbeitung für Mitarbeitende dank standardisierter Methoden und klarer Prozessschnittstellen möglich
    • Nachweisbares Kompetenzmanagement gemäß zertifiziertem Qualifikationsprozess und kontinuierliche Weiterbildung.
    • Erhöhtes Kundenvertrauen durch unabhängig zertifizierte Safety-Prozesse und nachweisbare Qualität.

    Strukturiert vom Ziel zum Nachweis

    Am Anfang steht die Gefahren- und Risikoanalyse. Aus Betriebs- und Fehlerszenarien werden Sicherheitsziele abgeleitet, Anforderungen zugewiesen und bis in Software und Hardware heruntergebrochen. Entscheidend ist die Traceability: Jede Sicherheitsanforderung lässt sich entlang aller Entwicklungsebenen verfolgen – bis in Test und Freigabe.

    Zonenbasierte E/E-Architekturen sicher migrieren

    Zonenbasierte E/E-Topologien verteilen Funktionen stärker, machen Kommunikationspfade dynamischer und Steuergeräte leistungsfähiger – mit direktem Einfluss auf Safety-Konzepte. Der Mehrwert einer zertifizierten Methodik: Änderungsmanagement, Dokumentation und Nachverfolgbarkeit bleiben auch bei Architekturwechseln konsistent. So bleibt die Sicherheitsargumentation stabil, obwohl sich das technische Zielbild weiterentwickelt.

    Vorteile in der Umsetzung:

    • Klare Verantwortlichkeiten über Domänen hinweg (Drive Systems, ADAS/AD, Energy Systems, Intelligent Cockpit, E/E Full Vehicle).
    • Konsistentes Änderungsmanagement bei Funktionsintegration und Software-Updates.
    • Fokussiertere Safety Reviews dank belastbarer Dokumentation.

    Lieferantenbefähigung: Sicherheit entlang der Supply Chain

    Sobald neue Komponenten oder Systeme beschafft werden, entscheidet das Schnittstellenmanagement über Tempo und Qualität. Ein zertifizierter Prozess sorgt für die eindeutige Zuordnung von Safety Verantwortlichkeiten und klar definierte Artefakte im Lieferantennetzwerk.

    textbild-blogartikel-funktionale sicherheit

    Domänen und ASIL: Prioritäten richtig setzen

    Automotive Safety Integrity Levels (ASIL) klassifizieren das erforderliche Sicherheitsniveau:

    • ASIL A: niedriges Risiko
    • ASIL B: mittleres Risiko
    • ASIL C: hohes Risiko
    • ASIL D: höchstes Risiko

    Typische Einstufungen nach Domänen:

    • Drive Systems (z. B. Motorsteuerung, Lenkung): ASIL B–D
    • ADAS/Automated Driving: ASIL C–D
    • Energy Systems (Batteriemanagement, Hochvoltsteuerung): ASIL B–C
    • Intelligent Cockpit: ASIL A–B
    • E/E Full Vehicle: je nach Funktionsumfang ASIL A–D

    Diese Orientierung hilft Teams, Sicherheitsmaßnahmen gezielt zu priorisieren und Ressourcen effizient einzusetzen.

    Safety + Security aus einem Guss

    Elektrische/elektronische Funktionen sind vernetzt – Safety und Security treffen aufeinander. Die Kombination aus ISO 26262 (Functional Safety) und ISO/SAE 21434 (Cybersecurity Engineering) erlaubt es, Zielkonflikte früh zu identifizieren und kohärente Konzepte zu entwickeln: Safety Funktionen müssen auch unter potenziellen Cyberangriffen beherrscht bleiben; Security Maßnahmen dürfen Safety nicht beeinträchtigen. Das Ergebnis sind homologationsfähige Lösungen über den gesamten E/E Verbund – von Drive Systems über ADAS/AD und Energy Systems bis zum Intelligent Cockpit und Full Vehicle.

    Was das für Ihr nächstes Projekt bedeutet

    • Schnellere Projektanläufe: Standardisierte Artefakte und Rollen verkürzen die Einarbeitung und beschleunigen die Integration in OEM-Prozesse.
    • Risikominimierung: Normkonforme Prozesse mindern Produkthaftungsrisiken entlang der Kette.
    • Klare Verantwortung in der Lieferkette: Zertifiziertes Schnittstellenmanagement macht Zuständigkeiten eindeutig – vom Sourcing bis zur Serienreife.
    • Zonenbasierte E/E Architekturen sicher migrieren: Änderungen bleiben kontrolliert, die Traceability lückenlos.
    • Safety und Security integriert: Doppelzertifizierung vereint Safety und Security in einheitlichen Prozessen.

    Fazit

    ISO 26262 ist weit mehr als eine Norm – sie ist ein Ordnungsrahmen, der komplexe E/E Fahrzeugfunktionen beherrschbar macht. Ein zertifiziertes Functional Safety Management liefert hierfür das Fundament: klare Rollen, saubere Artefakte, belastbare Safety Argumentation1 und Entwicklungsverantwortliche bedeutet das: weniger Risiken, mehr Transparenz und effizienteres Vorankommen – von der Idee bis zur Absicherung.

    Bei Fragen zur Zertifizierung, zu deren Umsetzung in Projekten oder zu konkreten Anwendungsszenarien steht Christoph Hahn, Safety Expert, als zentrale Anlaufstelle zur Verfügung. Oder registrieren Sie sich hier für unsere kostenlose Webinar-Aufzeichnung des Webinars "Personalqualifikation Funktionale Sicherheit nach ISO 26262" und starten Sie Ihre Reise zur sicheren und zuverlässigen Fahrzeugentwicklung.

    Aufzeichnung Webinar Funktionale Sicherheit

    Jetzt Webinar ansehen
    Experten- gespräch  vereinbaren >>

    Ähnliche Beiträge

    Die Smart Factory gilt seit Jahren als Leitbild der industriellen Transformation. Sensorik, IoT, Datenräume und KI versprechen eine Produktion, die sich selbst optimiert, Engpässe erkennt und flexibel auf neue Anforderungen reagiert. Doch die Realität in vielen Werken sieht anders aus. Brownfield-Datenlandschaften, fehlende Standards, knappe...

    >> Mehr Lesen
    Smarte Produkte gelten seit Jahren als Hoffnungsträger für neue Geschäftsmodelle, zusätzliche Services und bessere Kundenerlebnisse. Gleichzeitig steigt der Druck: Produktlebenszyklen werden kürzer, globale Wettbewerber drängen auf den Markt, Nachhaltigkeit wird zur Pflicht statt zur Kür. Die zentrale Frage ist deshalb nicht mehr, ob Unternehmen...

    >> Mehr Lesen
    Das Industrial Metaverse ist keine Zukunftsvision mehr, sondern Realität. Unternehmen, die es jetzt nutzen, gestalten die Produktion von morgen. Anlässlich des Smart Industry Summit von EDAG am 18.09.2025 diskutierten ausgewiesene Experten aus der Industrie über den Stand der Technologien, konkrete Business Cases und die strategische Bedeutung für...

    >> Mehr Lesen
    EDAG Logo

    EDAG

    Kreuzberger Ring 40, 65205 Wiesbaden
    p +49 661 6000-0 f +49 661 6000-223