Elektrische und elektronische Systeme bestimmen heute die Fahrzeugleistung und die Sicherheit. Wenn Abstandsregler eingreifen, Energieflüsse im Batteriesystem gesteuert oder Software-Funktionen Over-the-air aktualisiert werden, muss jedes Detail verlässlich sein. Funktionale Sicherheit ist ein Katalysator statt Blockade: Durchgängige ISO 26262 minimiert Risiken, Auditbelastung und gewährleistet Nachverfolgbarkeit.
Die EDAG Group hat ein Zertifikat für den Safety Management Prozess gemäß ISO 26262. Zusammen mit der ISO/SAE 21434-Zertifizierung zeigt das, dass Safety und Security integrativ gedacht und umgesetzt werden. Für OEMs und Tier1 entsteht ein überprüfbares Qualitätsversprechen: klare Verantwortlichkeiten, belastbare Safety-Argumentation und durchgängige Traceability, von der Konzeptphase bis zur Serie.
Warum zertifizierte Functional Safety zum Hebel wird
ISO 26262 macht Safety beherrschbar: Die Norm fordert strukturierte Prozesse, eindeutige Rollen, definierte Work Products und lückenlose Nachverfolgbarkeit. In der Praxis sorgt das für robuste Sicherheitsarchitekturen und weniger Reibung zwischen Entwicklung, Test, Integration und Freigabe. Die Zertifizierung bestätigt ein normkonformes Safety-Management inklusive gelebter Safety Culture. Das schafft Vertrauen, senkt die Hürde für Projektstarts und entlastet OEMs bei Audits und Assessments.
Konkrete Effekte:
- Schnelle Einarbeitung für Mitarbeitende dank standardisierter Methoden und klarer Prozessschnittstellen möglich
- Nachweisbares Kompetenzmanagement gemäß zertifiziertem Qualifikationsprozess und kontinuierliche Weiterbildung.
- Erhöhtes Kundenvertrauen durch unabhängig zertifizierte Safety-Prozesse und nachweisbare Qualität.
Strukturiert vom Ziel zum Nachweis
Am Anfang steht die Gefahren- und Risikoanalyse. Aus Betriebs- und Fehlerszenarien werden Sicherheitsziele abgeleitet, Anforderungen zugewiesen und bis in Software und Hardware heruntergebrochen. Entscheidend ist die Traceability: Jede Sicherheitsanforderung lässt sich entlang aller Entwicklungsebenen verfolgen – bis in Test und Freigabe.
Zonenbasierte E/E-Architekturen sicher migrieren
Zonenbasierte E/E-Topologien verteilen Funktionen stärker, machen Kommunikationspfade dynamischer und Steuergeräte leistungsfähiger – mit direktem Einfluss auf Safety-Konzepte. Der Mehrwert einer zertifizierten Methodik: Änderungsmanagement, Dokumentation und Nachverfolgbarkeit bleiben auch bei Architekturwechseln konsistent. So bleibt die Sicherheitsargumentation stabil, obwohl sich das technische Zielbild weiterentwickelt.
Vorteile in der Umsetzung:
- Klare Verantwortlichkeiten über Domänen hinweg (Drive Systems, ADAS/AD, Energy Systems, Intelligent Cockpit, E/E Full Vehicle).
- Konsistentes Änderungsmanagement bei Funktionsintegration und Software-Updates.
- Fokussiertere Safety Reviews dank belastbarer Dokumentation.
Lieferantenbefähigung: Sicherheit entlang der Supply Chain
Sobald neue Komponenten oder Systeme beschafft werden, entscheidet das Schnittstellenmanagement über Tempo und Qualität. Ein zertifizierter Prozess sorgt für die eindeutige Zuordnung von Safety Verantwortlichkeiten und klar definierte Artefakte im Lieferantennetzwerk.

Domänen und ASIL: Prioritäten richtig setzen
Automotive Safety Integrity Levels (ASIL) klassifizieren das erforderliche Sicherheitsniveau:
- ASIL A: niedriges Risiko
- ASIL B: mittleres Risiko
- ASIL C: hohes Risiko
- ASIL D: höchstes Risiko
Typische Einstufungen nach Domänen:
- Drive Systems (z. B. Motorsteuerung, Lenkung): ASIL B–D
- ADAS/Automated Driving: ASIL C–D
- Energy Systems (Batteriemanagement, Hochvoltsteuerung): ASIL B–C
- Intelligent Cockpit: ASIL A–B
- E/E Full Vehicle: je nach Funktionsumfang ASIL A–D
Diese Orientierung hilft Teams, Sicherheitsmaßnahmen gezielt zu priorisieren und Ressourcen effizient einzusetzen.
Safety + Security aus einem Guss
Elektrische/elektronische Funktionen sind vernetzt – Safety und Security treffen aufeinander. Die Kombination aus ISO 26262 (Functional Safety) und ISO/SAE 21434 (Cybersecurity Engineering) erlaubt es, Zielkonflikte früh zu identifizieren und kohärente Konzepte zu entwickeln: Safety Funktionen müssen auch unter potenziellen Cyberangriffen beherrscht bleiben; Security Maßnahmen dürfen Safety nicht beeinträchtigen. Das Ergebnis sind homologationsfähige Lösungen über den gesamten E/E Verbund – von Drive Systems über ADAS/AD und Energy Systems bis zum Intelligent Cockpit und Full Vehicle.
Was das für Ihr nächstes Projekt bedeutet
- Schnellere Projektanläufe: Standardisierte Artefakte und Rollen verkürzen die Einarbeitung und beschleunigen die Integration in OEM-Prozesse.
- Risikominimierung: Normkonforme Prozesse mindern Produkthaftungsrisiken entlang der Kette.
- Klare Verantwortung in der Lieferkette: Zertifiziertes Schnittstellenmanagement macht Zuständigkeiten eindeutig – vom Sourcing bis zur Serienreife.
- Zonenbasierte E/E Architekturen sicher migrieren: Änderungen bleiben kontrolliert, die Traceability lückenlos.
- Safety und Security integriert: Doppelzertifizierung vereint Safety und Security in einheitlichen Prozessen.
Fazit
ISO 26262 ist weit mehr als eine Norm – sie ist ein Ordnungsrahmen, der komplexe E/E Fahrzeugfunktionen beherrschbar macht. Ein zertifiziertes Functional Safety Management liefert hierfür das Fundament: klare Rollen, saubere Artefakte, belastbare Safety Argumentation1 und Entwicklungsverantwortliche bedeutet das: weniger Risiken, mehr Transparenz und effizienteres Vorankommen – von der Idee bis zur Absicherung.
Bei Fragen zur Zertifizierung, zu deren Umsetzung in Projekten oder zu konkreten Anwendungsszenarien steht Christoph Hahn, Safety Expert, als zentrale Anlaufstelle zur Verfügung. Oder registrieren Sie sich hier für unsere kostenlose Webinar-Aufzeichnung des Webinars "Personalqualifikation Funktionale Sicherheit nach ISO 26262" und starten Sie Ihre Reise zur sicheren und zuverlässigen Fahrzeugentwicklung.




