Die industrielle Fertigung befindet sich in einem rasanten Wandel: Neue Technologien, sich verändernde Geschäftsmodelle, agile Produktionsprozesse und wachsender Kostendruck zwingen Unternehmen zu ständiger Anpassung. Produktionslinien werden umgerüstet oder verlagert, während Maschinenbediener und Instandhalter schnell auf neue Prozesse vorbereitet werden müssen.
Wie können Unternehmen sicherstellen, dass Mitarbeitende optimal auf neue Prozesse vorbereitet sind? Wie lassen sich effiziente und praxisnahe Schulungen durchführen und gleichzeitig kosten- sowie zeitintensive Trainings an realen Maschinen vermeiden? Eine effiziente Lösung besteht darin, Planungsdaten automatisch in Trainingsanwendungen zu überführen, um Mitarbeitende bereits vor der Inbetriebnahme oder vor Änderungen an der Produktionslinie optimal zu befähigen.
Digitale Zwillinge und Virtual Reality (VR): Realitätsnahe Schulungen vor dem Produktionsstart
Mithilfe digitaler Zwillinge und Virtual Reality können Werker und Instandhalter über eine Anwendung im Industrial Metaverse schon vor dem realen Aufbau bzw. Umbau einer Fertigungslinie geschult werden. Die Bediener erhalten über eine VR-Brille das digitale, visuelle Abbild der Fabrik bzw. die neue Produktionslinie angezeigt. Sie erhalten so einen vollständigen Überblick über die Produktionsumgebung und können die Arbeitsschritte, die sie später in der realen Fabrik ausführen müssen, bereits in der virtuellen Produktionsumgebung erproben.
Abbildung 1: EDAG: Beispielhafte Darstellung aus dem Prozessschritt „Pick & Place“ einer VR-Trainings-Referenz
Effiziente Erstellung von VR-Trainings durch automatische Überführung von Planungsdaten
EDAG hat eine Softwarelösung entwickelt, die auf einer Schnittstelle zwischen der Entwicklungsplattform Omniverse und der Software emaWD basiert. Diese Lösung automatisiert die Verwendung von 3D-Planungsdaten für VR-Trainings. Vorhandene CAD- und Simulationsdaten werden auf der Grundlage von Algorithmen in die VR-Trainingsanwendung überführt. Eine aufwendige VR-Programmierung entfällt. Die Bedieneranleitungen müssen lediglich zielgruppengerecht didaktisch aufbereitet werden.
Abbildung 2: EDAG: Graphik „Automatische Überführung von Planungsdaten in VR-Training“
Wesentliche Vorteile der Erstellung von VR-Trainings basierend auf den Planungsdaten:
- Nutzung von bestehenden Planungsdaten ermöglicht frühzeitige Schulung
- Geringer Erstellungsaufwand, da VR-Programmierung entfällt
- Zielgruppengerechte Schulung durch didaktische Optimierung
- Kosten- und Zeiteinsparungen
Produktionsleitung und Instandhaltung frühzeitig einbinden
Das VR-Training bietet aber nicht nur Schulungsvorteile. Ein großer Vorteil der VR-Anwendung ist, dass auch Produktionsleiter und Instandhalter aktiv in die Planungsphase eingebunden werden können, um Feedback an die Produktionsplaner zurückzuspielen. Fehler und Ineffizienzen, die bisher erst in einer späteren Produktionsphase sichtbar wurden und sich mit jedem weiteren Prozessschritt gemäß der „Rule of Ten“ vervielfachen, werden frühzeitig erkannt und eliminiert. Behelfslösungen und langwierige Iterationsschleifen werden vermieden. Anlaufzeiten und Kosten werden reduziert.
Unternehmen, die auf VR-gestützte Trainings setzen, profitieren mehrfach:
- Schnellere Einarbeitung von Werkern
Mitarbeitende sind durch vorab erlernte Abläufe schneller produktiv und können direkt in den Betrieb einsteigen.
- Reduzierte Fehlerquote
Fehler in der realen Produktion werden minimiert, sie können in der Simulation gemacht und korrigiert werden.
- Kosteneinsparungen
Durch das virtuelle Training in der Planungsphase werden kostenintensive Schulungen und Änderungskosten an den realen Produktionsanlagen vermieden.
- Frühes Feedback für optimierte Prozesse
Produktionsleitung, Bediener und Instandhalter können Simulationen überprüfen und Optimierungspotenziale aufzeigen, bevor die physische Anlage gebaut wird. Notwendige Anpassungen in späteren Projektphasen werden vermieden, Produktionsabläufe lassen sich optimal gestalten.
Fazit: Virtuelle Trainingslösungen als Wettbewerbsvorteil
Der Einsatz virtueller Trainings ermöglicht es Industrieunternehmen, Produktionsanläufe effizienter, schneller und kostengünstiger zu gestalten. Durch die direkte Nutzung von Planungsdaten lassen sich VR-Trainings ohne hohen Programmieraufwand erstellen. Mitarbeitende sind bereits bei Produktionsstart optimal geschult, Fehler werden frühzeitig erkannt, und unnötige Kosten durch späte Anpassungen werden vermieden.
In einer Zeit, in der Flexibilität und Effizienz entscheidend sind, bieten virtuelle Trainings einen klaren Wettbewerbsvorteil für moderne Produktionsunternehmen. Lesen Sie mehr darüber in unserem Webflyer.
Sie möchten mehr die Möglichkeiten und Aufbau von VR-Trainings erfahren? Sprechen Sie Philipp Hummel, Senior Manufacturing Engineer, EDAG PS, oder Jan Berner, Leiter Technik und Prozesse, Feynsinn, an. Oder laden Sie unser Whitepaper "Digitale Produktions- und Logisitkplanung als Schlüssel zur zukunftssicheren Produktion" hier kostenlos herunter.